Die Verfütterung des Himmels

Der Himmel der Wollschweine auf Hunkelers Ronmühle

Foto: Elena Achermann-Marcuzzi

30. Aril 2016, Hof Rohnmühle, Schötz (LU)

Die Rede vor der einmaligen Performance, von Vera Leisibach.
Im Vorfeld hatte ich vor einen Himmel für die Schweine zu malen. Was ich dann auch versuchte, doch ich gab frustriert auf, da ich zum Schluss kam, dass der reale Himmel doch eh besser wirke, als mein Gemalter. Also dachte ich mir, dass es doch besser wäre den Himmel abzufilmen in meinem Alltag, in Speziellen Momenten, um ihn dann den Schweinen zu schenken. Als ich mit dieser Idee dann diesen Bauernhof Besuchte viel mir auf, dass die Wollschweine im Grunde ruhige und gemächliche Tiere sind. Als ich sie jedoch mit Äpfeln fütterte musste ich einerseits feststellen, dass diese Schweine überhaupt nicht gut sehen und dass sie andererseits plötzlich erstaunlich impulsiv, laut und überraschend flink wurden. Sie waren wie ausgewechselt, Aufmerksam, rumrennend und lautstark. Diese Tiere lieben Essen, die Wollschweine funktionieren mehr über ihren Geruch- und Geschmackssinn als über ihre Augen. Was für mich zu diesem Zeitpunkt bedeutete, dass ich eine rein Visuelle Arbeit fallen lassen möchte. Im Gespräch mit Hanspeter Hunkeler, wurde mir bewusst, dass dies ein Bauernhof ist, der sich als Teil des Systems Natur sieht und nicht wie ein Fremdkörper, was mich sehr fasziniert. Also habe ich mir überlegt, wie ich am Besten auf die Situation und die gewonnenen Erkenntnisse reagieren soll. Die Wollschweine lieben Essen, sie funktionieren über den Geruchssinn, weniger über Bilder. Also wäre es wohl konsequenter, wenn ich vom Schwein aus denken würde. So kam ich auf das Vorhaben, den Wollschweinen den Himmel zu verfüttern. Himmelhäppchen sozusagen. Für den heutigen Tag heisst das nun konkret: Ihr als Besucherinnen & Besucher könnt, Elemente des Himmels, den Schweinen an Schnüren vom „Himmel“ herab verfüttern. Diese Himmelelemente werden von mir und meinen „Arbeiterinnen und Arbeitern“ performativ und Live hergestellt, wie an einem Laufband, mit mehreren Stationen. Ich übernehme die Rolle der „Produktionsleiterin“. Die Performance wird von Meiner „Filmerin“ Laura Bider gefilmt. Nun werde ich noch ganz kurz meine Arbeiter und Arbeiterinnen vorstellen:

  • Das ist an der Schneidestation: Gabriel Kuhn; Künstler, BG-Lehrer und Schneidperformer,
  • Dann an der Ausstech-Station; Patric Fasel, Künstler, künstlerischer Mitarbeiter und Hammer-Brettchen-Performer,
  • An der „Einfädler-Station“ Ilona Mosimann, Künstlerin, Handarbeits Lehrerin und Durchzieh-Performerin,
  • An der „Aufhäng-Station“: Julian von Euw; Künstler, ausgebildeter BG-Leher und Aufhäng-Performer
  • Und an der „Multitask-Station“: Corina Schaltegger, Künstlerin, BG-Lehrerin und Multitasking-Performerin.

Die Dokumentation, der Performance:

 

Einmalige Performance von Vera Leisibach, mit: Corina Schaltegger, Julian von Euw, Gabriel Kuhn, Ilona Mosimann und Patric Fasel., Kamera: Laura Bider, Schnitt: Vera Leisibach, 30. April 2016, Schötz, Hof Rohnmühle.Mehr Informationen unter: veraleisibach.com, Dank an: Hanspeter Hunkeler, Familie Hunkeler, Laura Bider, Corina Schaltegger, Gabriel Kuhn, Julian von Euw, Patric Faselund Ilona Mosimann. Im Rahmen vom Projekt: „Über der Grundlosigkeit der Sehnsucht“, Franziska Schnell und Sonja Rüegg. Mehr Informaitonen zu diesem Projekt unter: sehnsuchtsau.tumblr.com/ Im Rahmen des Kulturprojekts «Sehnsucht» der Albert Koechlin Stiftung.

Foto: Elena Achermann-Marcuzzi, Corina Schaltegger, Ilona Mosimann, Patric Fasel und Gabriel Kuhn

Foto: Elena Achermann-Marcuzzi

Foto: Elena Achermann-Marcuzzi

Foto: Elena Achermann-Marcuzzi

Foto: Ruth Levap Zehnder